Wesel,

Aus der Nordeifel an den Niederrhein – Wesel war wieder eine Reise wert

Von Freitag bis Sonntag waren der Zugtrupp und die beiden Bergungsgruppen auf dem THW-Übungsgelände in Wesel. Schwerpunkte der Ausbildung waren dabei das Abstütz-System-Holz (ASH), das Einsatzstellen-Sicherungs-System (ESS), die Bergung von Verletzten aus Trümmern - zum Teil unter schwerem Atemschutz -, sowie die Zusammenarbeit des Leitungs- und Koordinierungsstab Ortsverband (LuK-OV) mit dem Zugtrupp als Zugbefehlsstelle.

Die Abstützung steht - Foto: Uwe Langner

Die Verantwortlichen des Ortsverbandes hatten ein umfangreiches und spannendes Programm entworfen. Nach der Anreise am Freitagnachmittag und Verpflegung durch den OV-Koch Uwe Langer stand eine erste Nachtübung an, bei der es um die Erkundung von unbekanntem Terrain unter Ausleuchtung mittels Flutlichtscheinwerfern und Lichtmast des Strom-Erzeugungs-Aggregates ging. Die vermissten Personen (versteckte Übungspuppen) konnten alle geortet und -in Abhängigkeit ihrer Verletzung- nacheinander geborgen werden. Hierzu mussten unterschiedliche Ablassmethoden angewandt werden.

Nach der Übungsaussprache, einem gemütlichen Beisammensein, der Nachtruhe und einem kräftigen Frühstück wurden die THWler am Samstagmorgen in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe hatte die Aufgabe, unter Leitung von Fachberater Rainer Bergs die einzelnen Elemente des ASH an den unterschiedlichen Gegebenheiten auf dem Übungsgelände zu errichten. Hierbei wurde zunächst die Ordnung des Einsatzraumes erläutert, sowie die Fahrzeuge und die Materialablage entsprechend positioniert. Dies ist beim Aufstellen der ASH-Abstützung von großer einsatztaktischer Bedeutung. Abschließend wurden dann an einer Hausfassade eines Übungshauses zwei Fünfmeter-Elemente und ein Zehnmeter-Element des ASH als Stützbock errichtet. 

Während dessen übte die erste Hälfte der zweiten Gruppe unter Federführung vom Zugführer Dr. Christoph Heuser verschiedene Ablassmethoden zur Bergung von Verletzten. Die zweite Hälfte wurde von den beiden Baufachberatern Dr. Helmut Heuser und Thomas Heuser mit der Handhabung und Arbeitsweise des Einsatzstellen-Sicherungs-Systems (ESS) weitergebildet. Dabei wurden im Trümmergelände unterschiedliche Bauteile überwacht.

Die Übungen am Samstagvormittag wurden von Wolfgang Friebe, dem Leiter der Regionalstelle Aachen, der eigens aus Aachen angereist war, mit großem Interesse beobachtet.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen reiste Herr Friebe wieder ab und die Ausbildung ging weiter. Die beiden Gruppen tauschten ihre Rollen und Aufgaben. Am späten Nachmittag erfolgte der Rückbau und es wurde Kaffee und Kuchen gereicht.

Danach begaben sich die acht Atemschutzgeräteträger zurück zum Übungsgelände, wo sie unter Leitung von GrFü Felix Reimer eine Wiederholungsausbildung erhielten und anschließend ihr erworbenes Wissen in kleinen Einsatzübungen im Trümmergelände einsetzen konnten. Zeitgleich gab es für den Rest des Zuges im Besprechungsraum eine theoretische Unterrichtseinheit zum BOS-Sprechfunk und den fünf Phasen der Bergung im Bereich von eingestürzten Gebäuden.

Anschließend gab es lecker Gegrilltes, top zubereitet von unserem Koch Uwe Langner.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit hatten danach alle Helfer/innen Pause. Dann endlich war es soweit: Die große Abschlussübung konnte beginnen. Außer den beiden Planern wusste niemand, was für ein Szenario auf sie zukommen würde. Nach einer kurzen Ansprache des Ortsbeauftragten wurden die Rollen verteilt. Die LuK-OV wurde vom Ausbildungsbeauftragten Joachim Nußbaum besetzt. Der Zugtrupp, unter Leitung von ZFü Dr. Christoph Heuser, bestand aus Ralf Grosch, Hans Fabelje und Andreas Nußbaum. Für die beiden Letztgenannten war es der erste „Einsatz“ nach ihrer Fachausbildung im vergangenen Jahr. Die Bergungsgruppen wurden von Felix Reimer und Guido Jörres geführt.

Folgende Lage stellte sich den THW-Einsatzkräften: Im Bereich der Müllerstraße war es zu einem Flugzeugabsturz gekommen. Der TZ Hürtgenwald hat den Auftrag erhalten, die Bergung von vermissten Personen bei drei Gebäuden durchzuführen. Ein Haus war leicht beschädigt worden, zwei weitere schwer angeschlagen. Infolge von Bränden kam es zu starker Rauchentwicklung. Einsatzauftrag für die THW-Kräfte war, das Schadensgebiet zu erkunden und nach vermissten und/oder verletzten Personen zu suchen. Aufgrund der immer noch starken Rauchentwicklung (Nebelmaschine) musste auch schwerer Atemschutz zum Einsatz kommen. Da sich im Laufe des Einsatzes immer neue Lagen entwickelten, hatten sowohl der Zugtrupp, wie auch die LuK-OV, alle Hände voll zu tun, entsprechende Entscheidungen und Maßnahmen zu treffen. Sogar der Umgang mit aufdringlichen Pressevertretern sowie der Besuch des Einsatzleiters der Feuerwehr waren Teil des Szenarios. Die verletzten und zum Teil verschütteten Personen (Übungspuppen) mussten aus Höhen und Tiefen geborgen werden. Bei zwei Atemschutzträgern wurden während des Einsatzes Verletzungen vorgegeben, so dass auch die Rettungstrupps zur Bergung dieser Kameraden in den Einsatz mussten. Nach gut zwei Stunden waren alle Einsatzaufträge erfolgreich abgearbeitet und die Einheiten konnten den Rückmarsch antreten. Es war eine sehr anstrengende, aber auch realitätsnahe Übung, die von allen Beteiligten sehr viel Engagement verlangte.

Umso willkommener war dann noch das leckere Nachtmahl, das unser Koch gezaubert hatte. Bei gutem Essen und kühlen Getränke wurde noch lange gefachsimpelt und gelacht. Denn zu einem Ausbildungswochenende gehört auch die Kameradschaft.

Am Sonntagmorgen hieß es nach dem Frühstück dann Verlasten von Geräten, Proviant und persönlichen Gegenständen auf die Fahrzeuge. Auch musste klar Schiff auf dem Gelände und in der Unterkunft gemacht werden, denn die Rückgabe an Frau Kristina Pieske von der Regionalstelle Wesel war für den späten Vormittag terminiert worden. Wie bereits im Jahre 2013 ging diese ohne Beanstandungen über die Bühne.

Danach machten sich die Fahrzeuge auf den ca. 170 Kilometer langen Rückmarsch vom Niederrhein in die Nordeifel.

Ganz herzlich möchten wir uns noch einmal bei den Regionalstellen Aachen und Wesel für die tolle Unterstützung bedanken.


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