Einsatzsicherungssystem ESS

THW Hürtgenwald zählt derzeit zu den 16 Ortsverbänden in Deutschland, die über ein hochleistungsfähiges Einsatzstellensicherungssystem (ESS) zum Schutz der Bevölkerung und der Einsatzkräfte verfügt.

Diese Technik vermisst hochpräzise mit einem elektro-optischen Messverfahren kleinste Bewegungen, auch aus großen Entfernungen. Diese Verformungen werden tabellarisch und grafisch über eine spezielle Software dargestellt.

Für folgende Einsatzoptionen ist das ESS optimal:
1)    Ermittlung von kleinsten Bewegungen im Sinne einer detaillierten Überwachung

  • bei angeschlagenen oder teileingestürzten Gebäuden und Anlagen,
  • bei Schneelasträumung,
  • bei Hangrutschungen / Hangbewegungen,
  • bei kritischen Stahl-, Holz- und Spannbetonkonstruktionen,
  • bei gefährdete Wasserbauwerken (Wehre, Staudämme) und
  • bei problembehafteten Tiefbaukonstruktionen (Schächte, Tunnel, Tiefgeragen).
  • mit dem Ziel der Absicherung der im Schadenbereich arbeitenden Einsatzkräfte.  

2)    Erstellung von Höhenprofilen beispielsweise für behelfsmäßigen Brückenbau und bei Deichbaumaßnahmen. 

Die Entfernungsmessbereiche (bis 1.000 m) und die Messgenauigkeit (bis 0,1 mm) sind abhängig von der Oberfläche des Messobjektes und Umwelteinflüssen wie Nebel, Schneefall, Temperaturschwankungen, Luftdruck und Regen.

Alle Messpunkte können im Modus einer automatischen Zielerfassung vollautomatisch und kontinuierlich angefahren werden. Alle Daten werden in Echtzeit ausgewertet.

Zur Interpretation und Verifizierung der Messdaten sowie der Quali- und Quantifizierung der Messpunkte wird bei Gebäudeschadenszenario immer ein Baufachberater (BFB) hinzugezogen. Das THW Hürtgenwald hat drei ausgebildete BFB; darüber hinaus gibt es flächendeckend zahlreiche BFB.

Ablauf:

  • Anbringen der Messprismen durch Kleben oder Verschraubung an den zu vermessenden Stellen.
  • Aufstellen und Start des Tachymeters mit freier Sicht zu den zu vermessenden Stellen (außerhalb des Gefahrenbereiches).
  • Starten des Laptops, Empfang und Auswertung der Messdaten des Tachymeters; ebenfalls außerhalb des Gefahrenbereichs.
  • Bei Überschreitung von gesetzten Messschranken (in Abstimmung mit BFB) werden dann alle betroffenen Kräfte gewarnt.

Damit steht ein Überwachungssystem zur Verfügung, um Einsatzkräfte bei den Arbeiten „Sichern, Orten, Retten und Bergen“ optimal und effektiv zu warnen/unterstützen.

Vermessungsarbeiten mit dem ESS bei der landesweiten THW-Übung in Lohmar am 09.05.2015
Teileingestürzten Gebäude in Heimbach am 31.12.2016
Anbringen der ESS-Messprismen bei einem teileingestürzten Gebäude in Heimbach am 31.12.2016
Tachymeter-Standpunkt beim ESS-Einsatz beim teileingestürzten Gebäude in Heimbach am 31.12.2016
Auswertung der Messergebnisse beim THW-ESS-Einsatz bei einem teileingestürzten Gebäude in Heimbach am 31.12.2016
Angebrachte ESS-Messprismen an abrutschgefährdeten Felsformationen in Siegburg am 20.10.2015
Überwachung der gefährdeten Felsformationen mit ESS in Siegburg am 20.10.2015
Teileingestürztes Gebäude beim THW-Einsatz in Körrenzig am 24.09.2015
Angebrachte ESS-Messprismen an der Giebelwand beim THW-ESS-Einsatz in Körrenzig am 24.09.2015
Aufgebauter Tachymeter beim THW-ESS-Einsatz in Körrenzig am 24.09.2015
Auswertung der Messergebnisse beim THW-ESS-Einsatz in Körrenzig am 24.09.2015